„Wie versprochen liefern – darin sind wir stark“

Sympathisch und bescheiden wirkt er im Gespräch. Schnell wird jedoch klar: Gergely Farkas, Managing Director Europe East, hat jede Menge Ehrgeiz – allerdings nicht für sich selbst. Seine Ambition ist höchste Qualität in der Region, die er leitet.

Herr Farkas, ist es richtig, dass Sie Ihre berufliche Laufbahn als Hallenmitarbeiter begonnen haben?
(Er lacht) Ja und nein. Ich war beim Aufbau von General Parcel Hungary dabei und das begann damals mit täglich 40 Importpaketen. Wenn eine Firma so klein ist, machen alle alles. Ich war im Kundenservice tätig, habe als Pusher in der Sortierung gearbeitet und Fahrzeuge beladen oder entladen. Das mache ich auch heute noch manchmal, schließlich gehört es dazu.

 

Ist es auch in Südosteuropa schwer, Mitarbeiter und Zustellfahrer zu finden?
Das ist tatsächlich seit Jahren eine Herausforderung, auch für unsere Transportpartner. Es hängt mit der guten Beschäftigungssituation zusammen. Tschechien zum Beispiel hat mit unter zwei Prozent die geringste Arbeitslosenquote in ganz Europa. Ungarn und Rumänien liegen unter vier Prozent. In einem solchen Arbeitnehmermarkt steigen natürlich die Lohnkosten.

 

Wie haben sich die sechs Europe-East-Länder, für die Sie verantwortlich sind, insgesamt in der letzten Zeit entwickelt?
Sowohl die Umsätze als auch die Paketmengen sind in allen Ländern im zweistelligen Bereich gestiegen. GLS gehört mittlerweile in allen Märkten der Region zu den vier größten Paketdiensten. Die Marktsituation ist gut. Wir haben wirtschaftliches Wachstum, die Kaufkraft und der private Verbrauch sind gestiegen. Es wird immer mehr online eingekauft. Und da wir im E-Commerce sehr gut sind, profitieren wir natürlich von dieser Situation.

 

Der Anteil der E-Commerce-Pakete ist in Ihrer Region im GLS-Vergleich ja sehr hoch. Wie kam es dazu?
Wir haben tatsächlich einen durchschnittlichen 2C-Anteil von rund 70 Prozent – in manchen Ländern etwas mehr, in anderen etwas weniger. Es begann damit, dass wir in Ungarn schon im Jahr 2000, also als wir noch sehr klein waren, unseren ersten E-Commerce-Kunden akquiriert haben. Seitdem haben wir unsere Services für die Zustellung an Privathaushalte Stück für Stück ausgebaut.

 

Was genau macht Sie denn im E-Commerce-Versand so gut?
Wir bieten in diesem Segment mehr und andere Services als unsere Wettbewerber. Ein Beispiel: In unserer Region wird sehr viel per Nachnahme bestellt. Darum ist der entsprechende Service schon fast Standard. Bei uns aber ist die Nachnahme auch im internationalen Versand zwischen allen sechs Ländern möglich. Außerdem kann der Empfänger beim Zustellfahrer mit der Bankkarte oder Kreditkarte bezahlen. Der FlexDeliveryService ist ein wichtiges Element unserer B2C-Services, ebenso unsere PaketShop-Netze und Paketautomaten.

 

Der entscheidende Punkt ist aber unsere stabil hohe Qualität. Auch im Dezember, wenn andere das nicht so gut hinbekommen, bleiben unsere Zustellquoten gleich gut – obwohl die Paketmengen an Spitzentagen um mehr als das Dreifache über dem Jahresdurchschnitt liegen. Ob am Black Friday oder in der Woche vor Weihnachten: Wir liefern wie versprochen schnell und zuverlässig, in der gesamten Region auch grenzüberschreitend innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Diese Qualität ist das, was uns stark macht.
 

Dann ist die größte Herausforderung also immer die Hauptsaison?
Ja, sicher. In dieser Zeit generieren die meisten Online-Shops ihren Hauptprofit und da darf es keine Probleme geben. Darauf bereiten wir uns intensiv vor, in diesem Jahr schon seit Januar. Es geht praktisch um alles: Personal, Fahrzeuge, IT, Kapazitäten an den Standorten. Im letzten Jahr haben wir zahlreiche neue Depots eröffnet und das Netzwerk in der gesamten Region ausgebaut. In Budapest wurde das Hub erweitert und dieses Jahr bauen wir hier wieder. Wir investieren einen zweistelligen Millionenbetrag, um an Spitzentagen 30.000 Pakete pro Stunde abfertigen zu können. Es werden auch weitere neue Depots hinzukommen.

 

Was ist Ihr wichtigstes Ziel in diesem Geschäftsjahr?
Auch bei unserem starken Wachstum die gute Qualität halten. Das liegt mir besonders am Herzen.

 

Gergely Farkas


Seit 2011 ist Gergely Farkas als Managing Director Europe East für eine aus sechs Ländern bestehende Region verantwortlich. Der heute 43-jährige Ökonom war schon 1998 direkt nach seinem Studium beim Start von General Parcel Hungary für GLS tätig. 1999 wurde er Operations Manager für GLS Hungary, 2004 für ganz Europe East. Dass er mehr als 20 Jahre einem Unternehmen treu geblieben ist, hat er nie bereut.

Europe East: sechs Länder – eine Einheit

In Ungarn ist GLS seit 1998 mit der damaligen General Parcel Hungary präsent. Die heutige GLS Hungary bereitete die Gründung weiterer Unternehmen als Start-ups in der Region vor: im Jahr 2000 GLS Slovenia, 2004 GLS Slovakia, 2005 GLS Czech Republic, 2007 GLS Romania, 2013 GLS Croatia. Zusammen setzen sie auf geteiltes Know-how und enge Kooperation.

Zum Seitenanfang