So bezahlt Europa

In unserer Omnichannel-Welt gewinnen digitale Bezahlmethoden immer mehr an Bedeutung. Doch das Angebot ist vielfältig – und die Zahlungsgewohnheiten der Europäer unterscheiden sich teilweise stark voneinander. Welche Trends weisen den Weg in die Zukunft?   

Wer nach Stockholm reist, kann sein Bargeld bedenkenlos zuhause lassen. Hauptsache, man hat die Kreditkarte dabei. Denn viele Hotelzimmer und selbst die Brötchen beim Bäcker sind nicht mehr gegen Cash zu bekommen. In schwedischen Kirchen spenden die Gläubigen sogar bargeldlos in die Kollekte – per Swish. Die App ermöglicht bereits seit 2012 Überweisungen in Echtzeit und wird von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt.[1]

 

Auch in Dänemark und den Niederlanden ist elektronisches Bezahlen inzwischen beliebter als Bargeld. Für viele Dänen ist das Swish-Pendant MobilePay aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. In den Niederlanden nutzen bereits zwei Drittel aller Handy-Nutzer mobiles Banking.[2] Zudem sind die Niederländer Europameister beim kontaktlosen Zahlen mit Wearables: In keinem anderen europäischen Land wird so oft eine Smart-Watch oder ein Fitness-Armband aufs Kartenlesegerät gelegt.[3]

 

In vielen anderen Teilen Europas zücken die Verbraucher ebenfalls zunehmend ihr Handy zum Bezahlen. Vor allem junge Leute mögen es schnell und bequem. In Spanien, wo es europaweit die meisten Bankautomaten gibt, ist die App Bizum auf dem Vormarsch. Und mit einer Verdreifachung der Transaktionen von Jahr zu Jahr wächst in Polen die Beliebtheit von BLIK rasant.

 

Die Italiener lieben vor allem den Komfort, den Karten bieten.[4] Gleichwohl zählt der Service Jiffy zum Bezahlen, Versenden und Empfangen von Zahlungen per Smartphone schon über fünf Millionen Fans.[5] In Deutschland dagegen gilt: „Cash is still king“. Nach wie vor kommt bei knapp 75 Prozent aller Zahlvorgänge Bargeld zum Zug. Doch die Zahl der „jungen Wilden“, die zum Smartphone statt zur Geldbörse greifen, steigt schnell.[6]

 

GLS stellt sich auf aktuelle Trends und nationale Vorlieben ein. So können polnische Paketempfänger Nachnahmesendungen mit BLIK bezahlen. In Spanien laufen Pilotversuche für die Bezahlung mit Bizum. Ein weiteres Beispiel: In Ungarn und der Slowakei bietet GLS die Kartenzahlung beim Zustellfahrer an.

 


[1]wikipedia.org

[2]Emerging Payments Association, 2020 Report

[3]Mastercard 2019, Q3

[4]Emerging Payments Association, 2020 Report

[5]www.sia.eu

[6]Emerging Payments Association, 2020 Report

Neues „Payment-Erlebnis“

 

Schon seit vielen Jahren verändert der Siegeszug des E-Commerce den Handel und macht Kreditkarten oder andere elektronische Zahlverfahren unverzichtbar. Technologische Fortschritte, insbesondere die Verbreitung mobiler Endgeräte, verleihen der Entwicklung Schub. Zuletzt auch Covid-19, wodurch im stationären Handel die Nachfrage nach kontaktlosen Bezahloptionen gestiegen ist. 

 

Noch dominiert die Kartenzahlung in Europa, wobei EC-Karten schneller als je zuvor die Barzahlung ablösen. Zukunftsweisend für das elektronische Bezahlen aber könnten Apps wie Google Pay, Apple Pay oder entsprechende Angebote von Banken werden – sowohl an der Ladenkasse als auch beim Online-Shopping. Sie haben begonnen, Karten zu ersetzen, und bewegen sich aus der Nische hin zum Mainstream.

E-Commerce-Payment: Die Auswahl macht’s

 

Online-Shopper erwarten zunehmend, ihren Vorlieben entsprechend bezahlen zu können – ob per Rechnung, Kredit- oder EC-Karte, PayPal, App oder Sofortüberweisung von ihrer Bank. Ist das nicht möglich, brechen laut einer Untersuchung bis zu 50 Prozent den Bestellvorgang ab.[1] Umso wichtiger ist es für internationale Händler, die in den jeweiligen Ländern bevorzugten Zahlungsmethoden anzubieten.

 


[1]The Paypers: Payment Methods Report 2019

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